Iceland Day 11

Die Vestfirðir - Djupavik Isafjordur

Die Vestfirðir (deutsch Westfjorde) umfassen eine Halbinsel und Region mit einer Fläche von 9409 km² im Nordwesten von Island. Mit dem „eigentlichen“ Island ist Vestfirðir nur über einen schmalen Landhals verbunden. Die Halbinsel ist im Nordwesten von der Dänemarkstraße und im Nordosten von der Grönlandsee umgeben. Rund 30 % der Küstenlinie von ganz Island entfallen auf die Westfjorde. Die namengebenden Fjorde im Westen reichen tief ins Land hinein und zerklüften das unwirtliche Gebiet. Durch die Fjorde sind die Landwege sehr weit. Hin- und Rückfahrten an einem Tag sind kaum möglich. Bei Unwetter und Schnee sind die Schotterstraßen nicht selten unpassierbar. Schutzhütten mit Telefon und Nahrung können Leben retten. Trotzdem ist der inländische Gütertransport auf die Straßen angewiesen, denn Fähren gibt es nicht. Die Schifffahrt dient allein der fischverarbeitenden Industrie in den entlegenen Hafenstädten. Kleine Flugzeuge können auf unbefeuerten Schotterpisten landen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kamen Basken als erste europäische Walfänger in die Westfjorde und gründeten dort Fischerstationen.

Der Flughafen Gjögur ist ein Flugplatz, welcher die Bevölkerung des Árneshreppurdistriktes in den Westfjorden im nordwestlichen Island, an der Küste der Húnaflói-Bucht, bedient. Der Flughafen wird zeitweise von einem AFIS-Controller betrieben und ist nur für Flüge der Eagle Air geöffnet, welche im Sommer einmal die Woche und im Winter zweimal die Woche durchgeführt werden. Der Flughafen Gjögur ist sehr wichtig für die lokale Bevölkerung. Im Winter ist die Flugverbindung die einzige Möglichkeit, die Region zu erreichen, da die Straße unpassierbar ist. Die isländische Regierung führt diese Flüge durch, um die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und weiteren Dingen zu versorgen und auch um Passagiere zu transportieren. Die Eagle Air ist die einzige Fluggesellschaft, welche diese Region anfliegt.

Djúpavík  dt. „tiefe Bucht“ oder „Bucht der Abgründe“) ist ein Ort sowie eine Bucht. Im Jahre 1917 registrierte man in Djúpavík mit Guðjón Jónsson und dessen Frau Kristín Guðmundsdóttir sowie ihren Töchtern die ersten Einwohner. Im gleichen Jahr baute Elías Stefánsson eine Heringssalzstation auf. Im Zuge des Aufbaus der Station wurden Wohnhäuser und Geschäfte sowie eine Schiffsanlegestelle erbaut. Auch Óskar Halldórsson hatte dort gleichzeitig eine Heringsverarbeitung gegründet.  Ab 1934 war Djúpavík wieder in einer wirtschaftlichen Hochphase. Die Djúpavík Ltd. Iceland konnte in der Folge bis 1944 viele erfolgreiche Jahre verbuchen. Die etwa 90 m lange Heringsfabrik war zu ihrer Zeit hinsichtlich ihrer Größe und Technik die größte und modernste ihrer Art in Europa. Nach 1944 wurde der Fischfang merklich geringer, bis er 1950 fast gänzlich versiegte. Es folgte ein kontinuierlicher Bewohnerrückgang im Ort, 1982 war der Ort menschenleer. Schließlich kam Ásbjörn Þorgilsson nach Djúpavík und renovierte gemeinsam mit seiner Frau Eva Sigurbjörnsdottir ein Haus, das ehemals Arbeiterinnen als Unterkunft gedient hatte. Es wurde zum Hotel umgebaut und im Sommer 1985 eröffnet.

Ísafjörður ist eine Stadt im äußersten Nordwesten Islands. Sie liegt, eingefasst von den schroff abfallenden Berghängen des Eyrarfjall (bis 731 m) und des Kirkjubólsfjall (bis 832 m), am Skutulsfjörður, einem Seitenarm des Ísafjarðardjúp. Die Stadt bildet das Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Westfjorde. Im Landnámabók wird als erster Siedler Helgi Hrólfsson genannt, der um 920 an diesen Ort kam. Im 16. Jahrhundert gründeten hier deutsche und englische Firmen ihre Handelsniederlassungen. Die während des dänischen Handelsmonopols errichteten Häuser am Südzipfel der Halbinsel bilden heute das Heimatmuseum Neðstikaupstaður. Sie stellen den ältesten erhaltenen Siedlungskern Islands dar. Ísafjörðurs allgemeiner Wohlstand kam erst im 18. Jahrhundert mit der Klippfischverarbeitung. 1787 wurde Ísafjörður zum Handelsort, 1866 erhielt der Ort das Stadtrecht.

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