Iceland Day 07

Highlands - Landmannalauga - Eldja

Strecke 217 km

F 208

Landmannalauga

Der Name, deutsch die warmen Quellen der Leute von Land, erklärt sich einerseits aus den heißen und kalten Quellen vor Ort, andererseits aus der Tatsache, dass es sich um die Hochweiden der Leute aus dem Bezirk Landssveit (nämlich Landmannaafréttur) handelt. Die unter Naturschutz stehende Gegend gilt als eine der schönsten der Insel, was sie den zahlreichen vulkanischen Erscheinungen und den sehr farbigen Bergen zu verdanken hat. Diese sind Auswirkungen der Nähe eines aktiven Zentralvulkans, des Torfajökull. Aus graublauem Pechstein besteht der Vulkan Bláhnjúkur. Rötlich-braune Hänge (Rhyolithgestein oder Quarztrachyt) sind am Vulkan Brennisteinsalda zu finden, die auch streckenweise wegen Schwefel- und Kalkausfällungen graue, bläuliche und weiße Farbgebungen zeigen. Grüne Moose und weiße Schneereste, die selbst im Hochsommer vorhanden sind, setzen weitere Farbakzente. Ein schwarz glänzendes Obsidianlavafeld, das Laugahraun, reicht von den Solfataren an der Brennisteinsalda bis zum Fluss, an dem eine Hütte des Isländischen Wandervereins steht und wo in einem dampfenden Bach gebadet werden kann.

Nördlich des Gletschers Mýrdalsjökull liegt das Naturschutzgebiet Fjallabak mit den größten Rhyolitvorkommen Islands. Auf einer Fläche von etwa 400 Quadratkilometern bedeckt dieses Vulkangestein die Landschaft rund um den Vulkan Torfajökull. Rhyolit ist ein magmatisches Gestein mit einem vergleichsweise hohen Kieselsäuregehalt (72%-78%). Das Rhyolitgebiet liegt in der aktiven Vulkanzone des Landes und so dringen an vielen Stellen vulkanische Gase und Dampf aus dem Boden. Die Gase und Fumarolen haben im Laufe der Zeit das rhyolitische Gestein zersetzt. Eisenhaltige Dämpfe haben die Erde rötlich gefärbt, schwefelhaltige Dämpfe haben gelbe Farbtöne zurückgelassen. Nach neueren geologischen Erkenntnissen soll ein großer Teil des Fjallabakgebietes eine gewaltige Caldera sein, die zu einem etwa 2 Millionen Jahre alten und etwa 150 Quadratkilometer großen Vulkanmassiv gehört.

Der wohl bekannteste Teil des Naturschutzgebietes ist die Gegend um Landmannalaugar. Man erreicht den Zeltplatz von Landmannalaugar über die Hochlandpiste F22. Unmittelbar am Zeltplatz endet der Obsidianstrom Laugahraun. Er entstand wahrscheinlich am Anfang des 16. Jahrhunderts bei einem Ausbruch des Brennisteinsalda und erreicht eine Länge von zweieinhalb Kilometern. Ein Wanderweg führt um den Lavastrom zu den Fumarolen am Fuße des Brennisteinsalda. In unmittelbarer Nähe des Zeltplatzes liegt auch ein warmer Bach. Er bietet nach etlichen Kilometern Hochlandpiste eine willkommene Badegelegenheit, die auch schon in früheren Zeiten von Hirten aus dem Bezirk Land genutzt wurde. Daher leitet sich auch der Name Landmannalaugar ab. Er bedeutet soviel wie "die warmen Quellen der Leute aus Land".

Eldja (Feuerschlucht)

Bei der Eldgjá (isl. Feuerschlucht) handelt es sich um eine ca. 8 km lange Schlucht, den zentralen Teil der 75 km langen gleichnamigen Vulkanspalte, die zum Vulkansystem des Zentralvulkans Katla auf Island gehört. in der Gemeinde Skaftárhreppur und ist bis zu 150 m tief und bis zu 600 m breit. Þorvaldur Thoroddsen entdeckte die Schlucht am 22. Juli 1893. Die Eldgjá entstand bei einem Ausbruch Mitte des 10. Jahrhunderts, der beachtliche Ausmaße gehabt haben muss, denn die ausgeflossene Lavamenge wird auf über 18 Kubikkilometer und die in die Luft geschleuderte Tephra auf 1,4 Kubikkilometer geschätzt.

Die Ausbruchsserie begann mit einem gewaltigen explosiven Ausbruch am Südwestende der Ausbruchsspalte, die unter dem Mýrdalsjökull liegt. Dies löste Gletscherläufe in östliche Richtung über den Mýrdalssandur und auch über den Mælifellssandur in nördliche Richtung aus. Gleichzeitig gab es einen Ausbruch in der Caldera der Katla. Dem schlossen sich effusive Ausbrüche im nördlich an den Mýrdalsjökull anschließenden eisfreien Teil der Spalte an.

Was die Umweltauswirkungen anging, war Eldgjá eine der größten Eruptionen in historischer Zeit, die diejenige der Lakikrater, aber auch die des Tambora von 1815 bei weitem hinter sich lässt. Sie speiste 219 Mill. Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre ein, wo sie mit Wasser und Sauerstoff reagierten und zu 450 Mill. Tonnen Schwefelsäure wurden. Die Aerosole müssen einen Großteil der Nördlichen Hemisphäre bedeckt haben. Insgesamt dauerten die Ausbrüche ca. 3–4 Jahre.

Besonders beeindruckend ist die 40km lange Spalte Eldgjá. Am nordöstlichen Ende zieht sich der Graben über 5km als Explosionsspalte von 140m Tiefe und bis zu 600m Breite hin, durchrauscht von einem Fluß. Die größte Explosionsspalte der Erde entstand in ihrer heutigen Form im Jahr 934. Bei dem gewaltigen Ausbruch wurden wahrscheinlich über 9 Kubikkilometer Lava explosiv ausgeworfen. Darauf deuten nicht zuletzt die verschweißten Schlackenreste hin, die auf den Hochflächen östlich und westlich der Spalte zu finden sind. Sie wurden explosiv aus der Spalte gefördert, fielen zu Boden und die einzelnen Fetzen schmolzen zu größeren Fladen zusammen.

Wasserfall Ófærufos

Ein Wasserfall, der Ófærufoss, befindet sich in der Schlucht. Er war früher über eine Naturbrücke zu überqueren, die allerdings infolge der Schneeschmelze im Winter 1992/1993 einstürzte.

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